+ Scam mit Influencer – Wie Betrüger mit Natural Vibes versuchten zu täuschen + + +

Wenn eine Traum-Kollaboration wie eine Seifenblase zerplatzt: Unser Natural Vibes-Fail und was wir daraus gelernt haben

Es gibt diese E-Mails, die wie ein bunter Schmetterling leicht und glücklich in dein Postfach flattern. Du liest sie, und plötzlich spürst du die Aufregung. Sie nimmt dich ein, dein Körper wird warm, dein Herz beginnt zu Klopfen und du denkst Dir: „Yes – Finally!“ Du fühlst du dich gesehen, wertgeschätzt, ja fast schon ausgezeichnet. Als wir die Anfrage von „Natural Vibes“ erhielten, konnten wir unser Glück kaum fassen. Natural Vibes! Diese Marke für Socken (und wir lieben Socken!), die für nachhaltige Bio-Produkte und ein besseres Morgen steht. Und sie wollten mit uns arbeiten? Wow!

Was wir noch nicht ahnten: Diese traumhafte Anfrage würde schnell in einen kleinen Albtraum umschlagen. Doch beginnen wir ganz von vorne:


Warum uns Natural Vibes so begeistert

Natural Vibes ist nicht irgendeine Marke. Sie stehen für etwas Größeres – für eine Zukunft, in der Mode und Umwelt Hand in Hand gehen. Ihre Socken sind nicht nur biozertifiziert und unfassbar bequem, sie tragen auch eine Botschaft: Wir können stylisch sein und dabei unseren Planeten schützen.

Besonders beeindruckend ist ihre Baumpflanz-Initiative. Für jedes verkaufte Paar Socken pflanzt Natural Vibes einen Baum. Dieses Engagement für die Umwelt ist mehr als nur ein Verkaufsargument – es ist ein Versprechen an zukünftige Generationen.

Und das Beste? Natural Vibes verbindet Nachhaltigkeit mit Design. Ihre Socken sind nicht nur ökologisch, sondern auch wunderschön. Sie zeigen, dass Verantwortung und Stil sich nicht ausschließen müssen.

Sie kooperieren mit anderen Designern, um frischen Wind und alternative Einflüsse in ihre Kreationen einzubinden. Ein wunderbares Beispiel ist die Zusammenarbeit „natural vibes x Notietzblock – You are loved, You are enough.“ Diese waldgrünen Selbstliebe-Socken mit pinken Herz entstanden in Berlin von der der Designerin und Illustratorin von Notizblock, welche sich den Themen Achtsamkeit und Selbstliebe widmet. Socken als Mantra für dein herzliches Mindset. #liebenwir

Kein Wunder also, dass wir uns unglaublich geehrt fühlten, als „Natural Vibes“ uns vermeintlich für eine Kooperation auswählte. Wir dachten: „Easy! Finally werden wir für all unsere Arbeit, unsere Kreativität und Ideen gesehen und für die Arbeit bezahlt, die wir sowieso jeden Tag machen.“ Dazu muss man sagen, dass wir mit der Marke als Reseller bereits zusammenarbeiten und unseren Shop und unsere Social Media Kanäle fleissig mit Fotos und Co fluten.


That’s the way it goes:

Die Kollaborationsanfrage kam per E-Mail. Sie war freundlich, professionell und mit genau den richtigen Komplimenten versehen, um uns auf Wolke sieben zu katapultieren. Der Absender fragte nach unseren Preisen für Social-Media-Beiträge, und wir schickten eine detaillierte Antwort. Schon wenige Tage später lag ein unbefristeter Vertragsentwurf im Wert von mehrfachem 4-stelligen Bereich in unserem Postfach.

Diesen nahmen wir Punkt für Punkt auseinander und stellten viele Fragen zu einzelnen Klauseln. Das erste, was direkt ins Auge fiel: Der Vertrag wurde für die Marke „carhartt“ ausgestellt. Die Konditionen per Email ausgehandelten Konditionen stimmten allesamt, oder doch nicht?

Bei genauerer Betrachtung, fehlte hier mal ein Buchstabe, schlich sich dort eine Ungenauigkeit ein, oder wurden ganze Punkte übersprungen. Die Sätze waren in einigen Bereichen missverständlich auf englisch formuliert. Wir fragten nach, und es wurde uns mehrfach geduldig aber ausweichend geantwortet. Hinzu kam dann kleingedruckt und verschachtelt eine Anmerkung wie folgt:

XIII) f.  ) If the influncer fails to pay a one 
      Time shipping fee allocated to  


ADVERTISER LEGAL REQUIREMENTS. The Influencer is not responsible for any legal, technical, or regulatory specifications regarding the Advertiser’s business; this is the sole responsibility of the Advertiser.
However;the Influencer pays a one time  fiat fee of   EUR 100  for  international delivery,which is applied only for the first package.

Wir hakten nach, was ist eine „ONE TIME FIAT FEE“? Auch hier wurde geduldig geantwortet: Es handle sich um eine „Einmalige Shipping-Gebühr von 100 Euro für das Anlegen eines Kundenkontos.“ Diese Gebühr wäre eine Art „Handlingsgebühr“ für die Neuanlage eines Kontos und für den Versand der ersten Produkte. Dies wäre nötig, da auch die Marke oft mit unseriösen Influencern arbeiten würde und sie so sicherstellten, dass eine gewisse Ernsthaftigkeit garantiert wäre. So weit, so einleuchtend, oder?

Doch es fühlte sich falsch an. Warum sollte ein nachhaltiges Unternehmen wie Natural Vibes Gebühren für ein Kundenkonto verlangen? Warum schrieb uns ein Team aus Amerika an, wo doch bisher der Kontakt immer über Dani aus Deutschland / Frankfurt lief? Das ungute Gefühl nagte an uns. Und wir beschlossen, auf Nummer sicher zu gehen.

Warum Betrüger oft kleine Beträge fordern:

Betrüger setzen bewusst auf kleine Geldbeträge – wie die scheinbar harmlose „einmalige Gebühr“ von 100 Euro – aus einem simplen Grund: Diese Summen wirken für viele Opfer unverdächtig und sie tun oft kaum bis gar nicht weh. Wer würde bei so einem kleinen Betrag an Betrug denken, vor allem, wenn die Aussicht auf eine spannende Kooperation oder einen anderen Mehrwert lockt?

Der Aufwand für Betrüger lohnt sich, weil sie ihre Masche automatisieren. Tausende E-Mails können per Mausklick an potenzielle Opfer gesendet werden – und auch wenn nur ein kleiner Prozentsatz darauf hereinfällt, summieren sich die Einnahmen. 100 Euro von zehn Opfern ergeben bereits 1.000 Euro, und bei 100 Erfolgen ist es eine fünfstellige Summe.

Die Strategie dahinter: Es geht nicht nur um die Höhe der Beträge, sondern um die Masse. Und durch die Automatisierung solcher E-Mails hält sich der Aufwand minimal. So entsteht für die Betrüger ein „lukratives Geschäftsmodell“ – zu Lasten gutgläubiger Menschen.

Die beste Gegenstrategie? Wachsam bleiben, keine Zahlungen leisten, bevor man die Legitimität einer Anfrage überprüft hat – und verdächtige Absender sofort melden!

Kurze Wege dank Social Media!

Zum Glück kannten wir Natural Vibes bereits, da wir als Reseller mit ihnen zusammenarbeiten. Statt den Vertrag einfach zu unterschreiben, kontaktierten wir sie direkt über Instagram. Die Antwort kam schnell – und sie war eindeutig: Natural Vibes hatte uns nie kontaktiert. Es handelte sich um einen Betrugsversuch.

Das Team von Natural Vibes war entsetzt darüber, dass ihr Name für eine solche Masche missbraucht wurde. Doch sie handelten sofort. Nicht nur wir wurden gewarnt, sondern auch alle anderen Reseller. Dieser Moment war bitter und erleichternd zugleich. Bitter, weil wir fast auf die Masche hereingefallen wären. Erleichternd, weil wir dank der schnellen Klärung nichts verloren hatten.


Nachhaltigkeit und Werte – darum lieben wir Natural Vibes

Dieser Vorfall hat unsere Begeisterung für Natural Vibes sogar noch verstärkt. Denn in der kurzen Kommunikation zeigte sich, warum wir die Marke so sehr schätzen: Ihr Engagement für Transparenz, Fairness und Nachhaltigkeit. Ihre Philosophie ist ein Vorbild für die gesamte Branche. Natural Vibes zeigt, dass es möglich ist, Produkte herzustellen, die Umweltbewusstsein und Qualität miteinander vereinen. Ihr Motto „We rise by lifting others“ zieht sich durch jede ihrer Initiativen – ob es darum geht, Bäume zu pflanzen oder Kund:innen wie uns zu unterstützen.

Dass Betrüger versuchten, diese Werte für ihre Zwecke zu missbrauchen, macht uns nur noch entschlossener, ihre Botschaft in die Welt zu tragen.

Und hier sei erwähnt, dass die Story hier noch nicht endetet. Wir erhielten folgende Bankverbindung zur Zahlung der Gebühren (obwohl wir den Vertrag nicht unterzeichnet hatten) und mehrfache Aufforderungen zur Zahlung. Irgendwann schaltete sich ein internationales Inkassounternehmen ein. Wir hatten Einzugsversuche auf unserem Paypal Konto und konnten uns wochenlang vor SPAM nicht retten. Achja, Bitcoin wäre natürlich auch gegangen.

Bankverbindung des Betrügers:

Account Number; 40630252458365106
Bank Name; Wells Fargo
Routing Number; 121000248
swift code; WFBIUS6S
Address: 580 California Street, San Francisco, CA 94104
, U
S


Wie du solche Betrugsmaschen entlarvst

Damit dir nicht passiert, was uns beinahe passiert wäre, hier unsere wichtigsten Tipps:

  1. 1. Die Absenderadresse genau prüfen
    Echte Unternehmen wie Natural Vibes nutzen professionelle Domains, z.B. „@naturalvibes.eu“. Betrüger hingegen greifen oft auf kostenlose Adressen wie „@gmail.com“ zurück. Bei unserer Betrugsmasche war die Adresse „naturalvibes.cooperation@gmail.com“ ein erstes Warnsignal.

    Tipp: Verdächtige E-Mail-Adressen kannst du direkt bei Google melden. Hier geht’s zum Abuse Report für Gmail. Das hilft, solche Betrüger langfristig aus dem Verkehr zu ziehen.
  2. Verträge hinterfragen
    Betrüger tarnen ihre Forderungen als „ganz normal“. In unserem Fall war es die „einmalige Gebühr“ von 100 Euro für ein Kundenkonto. Aber denk mal nach: Würde ein seriöses Unternehmen wie Natural Vibes wirklich so etwas verlangen? Nein.

    Konkreter Tipp: Achte auf merkwürdige Klauseln oder unlogische Gebühren. Lass Verträge immer von jemandem gegenlesen, wenn du dir unsicher bist.
  3. Den direkten Kontakt suchen
    Ein Anruf oder eine kurze Nachricht über die offiziellen Kanäle können oft Klarheit schaffen. In unserem Fall haben wir Natural Vibes einfach über Instagram angeschrieben. Die Antwort war eindeutig: Sie hatten nie Kontakt mit uns aufgenommen.
  4. Online recherchieren
    Betrüger sind oft nicht besonders kreativ. Eine kurze Google-Suche nach Teilen der E-Mail oder des Absenders kann wahre Wunder bewirken. In unserem Fall fanden wir schnell Berichte über ähnliche Maschen mit gefälschten Kollaborationsanfragen.

    Tipp: Gib Sätze wie „ONE TIME FIAT FEE“ in Kombination mit dem Firmennamen ein. Oft findest du Forenbeiträge oder Artikel, die vor genau solchen Tricks warnen.
  5. Auf dein Bauchgefühl hören
    Manchmal ist es dieser eine Moment, in dem du denkst: Das fühlt sich falsch an. Höre darauf! Bei uns war es das mulmige Gefühl, als die Gebühr für das „Kundenkonto“ erwähnt wurde.

    Erinnerung: Dein Instinkt ist dein bester Schutz – besonders, wenn der Rest zu gut klingt, um wahr zu sein.
  6. Schütze deine Daten
    Betrüger arbeiten nicht nur mit Geldforderungen, sondern auch mit persönlichen Daten. Wer vollständige Adressen, Bankdetails oder Telefonnummern preisgibt, macht sich angreifbar.

    Aktuelles Beispiel: Kleine Unternehmen, die über Social Media live gehen, berichten immer wieder von unangenehmen Überraschungen, wenn plötzlich der Pizzabote oder sogar die Polizei klingelt. Diese Streiche – bekannt als „Swatting“ – basieren auf Informationen, die Betrüger oft leicht online finden. #impressum

    Tipp: Überlege gut, welche Daten du teilst. Wenn du Impressumspflichten nachkommen musst, kannst du einen Impressumsdienst nutzen, der deine persönlichen Kontaktdaten schützt.

Aus jeder Erfahrung lernen

Natürlich war diese Betrugsmasche ein Dämpfer. Wir haben den Zusatzumsatz geistig schon ausgegeben. Aber gleichzeitig war es eine Gelegenheit, zu lernen und sich der Schwächen bewusst zu werden. Achtsamkeit ist ein Thema unserer Zeit und diese Erfahrung hat uns wieder aufmerksamer werden lassen. Natural Vibes zeigte uns, wie wichtig es ist, für die eigenen Werte einzustehen. Ihre schnelle Reaktion und die Warnung an andere Reseller sind ein Beispiel für gelebte Verantwortung.

Hast du auch schon einmal mit solchen E-Mails zu tun gehabt? Erzähl uns davon in den Kommentaren – zusammen können wir die Community stärken und solche Betrugsmaschen ins Leere laufen lassen!

Bis dahin, immer schön bei Dir bleiben – deine kreativen Berater aus Berlin!

http://www.giudan.de 26.11.2024
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